Studie zum „Schlanken Büro“

„Wer keine hat Zeit zum Aufräumen hat, hat wohl jede Zeit zum Suchen?“ …Vier Schritte vom Volltischler zum Leertischler:

  • Anfertigung eines Digitalfotos des jetzigen Arbeitsplatzes. Erkenntniswert: So sehen uns Besucher, Lieferanten, Kunden oder der Chef.
  • Anschaffung einer Altpapierbox, die durchaus größer sein darf als die Schreibtischfläche.
  • Auf dem Tisch immer nur den einen Vorgang ausbreiten, der gerade bearbeitet wird. Hefter, Locher, Tesa-Film und sonstige Büro-Hardware in der Schublade verstauen
  • Abfall auf Probe. In einem Karton alles einlagern, was lange nicht mehr benutzt worden ist, und mit einem Datum in mehreren Monaten versehen. Dann endgültig entsorgen.

Studie siehe www.schlanke-prozesse.de

We Are Family …

Heute habe ich einen sehr schönen Artikel im Zeit-Magazin Nr. 14 von Jürgen von Rutenberg gelesen.

Thema war der Web 2.0 Musikdienst last.fm, den ich selber bereits geraume Zeit nutze, um ein kostenloses Radio nach ganz individuellem und persönlichen Geschmack zu haben, sowie Musik-Impulse zu erhalten, welche meine persönlichen Vorlieben berücksichtigen. Last.fm lässt sich zudem ganz hervorragend auf dem iPod Touch oder dem iPhone nutzen. „Music on demand“, statt unerträglichem Spassgequassel von halbintelligenten Moderatoren und viel Werbegehämmer.

Die eigentliche Idee des Autors war es, quasi im Selbstversuch zu recherchieren, wie sehr solch ein Web 2.0 Dienst, als eine Art PROFILER den Charakter und die Persönlichkeit eines Menschen analysieren kann, um ihm bspw. in der Folge Freunde vorzuschlagen, die zu ihm passen. Dass sich dies nicht nur auf Musikgeschmack beschränkt, sondern erstaunlich genau auf den gesamten Charakter passt ist sein Ergebnis. So genau, dass das System unter Millionen von Nutzern, dem Journalist zum Schluss sogar einen Freund vorschlug, den er bereits selber im realen Leben gefunden hatte. Wohl gemerkt, in diesem Fall einzig anhand des „Musik-Profils“ …

Für mich persönlich steckt hier mehr drin, als nur die Weiterentwicklung von CRM Lösungen (Customer Relationship). Ich denke, indem wir im Alltag immer mehr solche Dienste nutzen, nicht allein als Konsument, sondern auch als Informations- und Content-Lieferant, bewegen wir uns in ganz neue kulturelle Formen im Umgang mit dem Thema Sozialisation, Kontakte knüpfen und pflegen. Ist schon sehr spannend …

Morgen komme ich später rein (Teil 2)

markus_albers-mkisr-cover-72dpi.jpg OK, nachdem das Buch von Markus Albers im Briefkasten war, habe ich es artig gelesen. Schließlich will man auch im Detail wissen, über was hier gepostet wird.

Um gleich zu Beginn Missverständnisse zu vermeiden: Ich habe mehrere Exemplare bestellt um Kunden und Freunde mit wenig Aufwand wieder einmal mein „Sendungsbewustsein“ als Rufer in der Wüste zu dokumentieren. Aaaaber …

1. Ich bleibe dabei, die Technik ist nicht das Entscheidende um mehr Effizienz für sich und seinen Chef zu erreichen. Klar, Skype&Co, breidbandige Netze u.a. Errungenschaften waren vor 10 Jahren noch nicht zu haben. Dennoch ist es eben nicht so, dass erst heute eine Technik, wie auch Raumplanung möglich ist, welche uns Flexibilität gibt. „New Work“ (Raumplanung) und „Mobile Business“ (Technik) gab es bereits vor der Jahrtausendwende. Was heute neu ist, ist natürlich eine fortgeschrittene Reife der Technologie, welche sich u.a. durch beeindruckende Interfaces wie das des iPhone ausdrücken, vor allem aber durch eine viel stärkere „Konvergenz“ von Hardware, Software und WebService-Angeboten. Um 1999 „Morgen später rein zu kommen“ musste man sich halt etwas mehr Mühe geben, aber es ging durchaus. Die Zukunft war auch 1999 schon da, nur dass sie damals noch ungleichmäßiger verteilt war als heute ,-) … Ich persönlich möchte da gar keinen Unterschied zwischen Angestellten und Freiberuflern machen!

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Die neuen Freiangestellten und das mobile Arbeiten in der Easy Economy

Weder historisch noch biologisch sind wir dazu verdammt, uns jeden Morgen zur gleichen Zeit aus dem Bett zu quälen, um an einen Schreibtisch am anderen Ende der Stadt zu kommen. Das Büro ist eine gewachsene Kulturtechnik, und unterliegt als solche der ganz normalen Evolution sozialer Normen. Auch wenn es natürlich lange Zeit viele gute Gründe gab, ins Büro zu gehen: Hier fanden wir die Arbeitsmittel, die wir uns zu Hause niemals hätten leisten, geschweige denn Platz für diese schaffen können. Hier gab es denKopierer, den wir täglich benutzten, die Akten, in die wir schauten, die Ablagen und Archive mit denen wir arbeiteten, und die Kollegen, mit denen wir den Tratsch vom Wochenende austauschen mussten.

Heute klingt all das nach Schreibmaschine und Tageslichtprojektor, nach Linoleumboden und Kantine, also hoffnungslos altmodisch. Heute haben wir online Zugang zu den meisten Informationen und Archiven, sind Dokumente elektronisch, ist der Aktenlauf durch den digitalen Workflow ersetzt, die vielen großen Bürogeräte durch einen kleinen Computer und die Kollegen erreichen wir per Handy, Skype oder E-Mail besser als in der Kaffeeküche. Kurz: Das gute alte Büro mit Einzelzimmern rechts und links vom Gang ist eine Institution des letzten Jahrhunderts. Und damit werden auch Arbeitsweg und Rush-Hour obsolet.

Ich habe zu diesem Thema ein Buch geschrieben, das vergangenen Donnerstag unter dem Titel „Morgen komm ich später rein“ im Campus Verlag erschienen ist. Unter anderem der Spiegel, die FAZ und Robert Basic haben schon Artikel dazu gebracht.

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Die Grundthese des Buches lautet: Quasi unbemerkt verbreitet sich eine flexible Arbeitsform, die ich Easy Economy nenne. Auch Festangestellte arbeiten zunehmend wann und wo sie wollen. Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft wird Telearbeit heute von 18,5 Prozent der deutschen Unternehmen angeboten – 2003 waren es noch 7,8 Prozent, 2000 erst 4 Prozent. Diese Entwicklung war uns schon zu Zeiten der New Economy als „Digitaler Nomadismus“ oder „Bedouining“ angekündigt worden. Aber erst seit ein zwei zwei Jahren haben wir Handys, die E-Mails empfangen. Haben billige, flächendeckende und breitbandige Internetverbindungen. Haben kollaborative Software, um miteinander zu arbeiten, ohne am selben Ort zu sein. Nach Zahlen der EU würden noch viel mehr Arbeitnehmer gern eine Form der Telearbeit praktizieren, nämlich zwei Drittel.

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Hyperconnected und Work-Life-Balance

Textauszug aus MM:
… Die Hypervernetzten sind allerdings halbwegs glücklich mit dieser Situation: 35 Prozent von ihnen geben an, dass sie ihre Work-Life-Balance halten können. …

Ich sehe das so:

Ohne hyperconnected zu sein könnte ich meine Work-Life-Balance gar nicht mehr halten. Ist nämlich einfacher mal nicht zu antworten, als mangels technischer Option nicht antworten zu können oder andere Dienste zu nutzen oder die jeweils geeignetsten …

Bzgl. der ManagerMagazin-Empfehlung zum „Unified Communication & Collaboration“ (welch ein Begriff ,-) scheint es mir so, dass SOHOs (Small Offices Home Offices) und private Nutzer das Ziel, alles in einer Anwendung zu haben einfacher erreichen (bspw. via Skype), als die Employees in großen Unternehmen mit Plattformen von MS, IBM, Cisco & Co. Aber das wird schon noch, der Vorteil ist einfach zu groß, um ihn zu ignorieren ,-)