Sensorische Entzugskammern

Am Freitag hatte ich geschrieben, dass ich persönlich KULTUR in den Büros von heute vermisse und angestellte Mitarbeiter zur Eigeninitiative aufgerufen. Ich muss mich revidieren: So, wie man „nicht nicht kommunizieren“ kann, ist auch KULTUR immer vorhanden. Nur,… eben oftmals eine schlechte. Was ich vermisse, ist also ein bewusster Umgang mit Kultur im Raum.
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Die von „Anonymus“ geforderte Trennung zwischen kleinen und virtuellen Firmen, deren SOHO, Third-Places und den eher statischen räumlichen Ansprüchen großer Unternehmen reicht keineswegs aus. Es gibt nicht die „Konzernlösung für die angestellten Mitarbeiter“, nicht einmal, wenn diese nach dem Charakter ihrer Tätigkeit unterschieden werden (Residenten, Teleworker, Road Warrior, Gypsy, etc.) und ihnen die entsprechend unterschiedlichen „Werkzeuge“ bereit gestellt werden. Bürolösungen für die Zukunft, lassen sich jeweils nur finden, wenn man sich das Wesen des jeweiligen Unternehmens ansieht und in den Entwurf mit einfließen lässt. Oder noch besser: … es als Grundlage nimmt.

Der Link auf „The Chief Happiness Officer“ macht die Bedeutung des Faktor KULTUR überaus deutlich. Hier wird sichtbar, wie die Gestaltung von positiven Arbeitsumfeldern von der individuellen Unternehmenskultur, wie auch der generellen Branchenkultur geprägt wird.

Am deutlichsten zeigt sich dies an den Bildbeispielen von PIXAR, den Schöpfern der Monster AG und anderen digitalen Blogbustern. Warum? PIXAR ist ein absolutes Hightech-Unternehmen, knallhart auf wirtschaftlichen Erfolg getrimmt und keineswegs mehr ein kleiner „Hot Shop“. Und dennoch solche Räume?PIXAR_03PIXAR_02PIXAR_01
Trotz allem Hightech pur, welches hier zum Einsatz kommt, wird eine solche verspielte Arbeitsromantik, einem visuell kühlen und rationellen Businessdesign vorgezogen? Klar, oder sogar gerade deshalb! Die Spielerei ist knallhartes wirtschaftliches Kalkül: In diesem Unternehmen sollen Kreative Ideen für Millionen (Menschen und Dollars) entwickeln und dem muss Rechnung getragen werden.

PIXAR als Beispiel ist auch deshalb so interessant, weil es von Steve Jobs, dem Gründer von Apple aufgebaut wurde. Und Apple dominiert ja gerade unglaublich erfolgreich die Themen Technik, Design und Kult(ur). Vermutlich werden bei PIXAR auch fleißig Videokonferenzen in HD-Qualität genutzt, denn Apple ist erheblich an LifeSize beteiligt, dem erstem Hersteller von Geräten dieser überragenden Bildqualität.

An Pixar, Apple und LifeSize lässt sich eine weitere Maxime für die „Gestaltung von Büros und Kommunikation für die Zukunft“ ablesen. Man erschafft sie nicht, wenn sie überall zu finden sind. Es gilt Wege zu gehen, die bisher noch nicht platt getreten sind, um wirklichen Erfolg zu ernten!

2 Gedanken zu „Sensorische Entzugskammern“

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