„Real Network“ vs „Social Network“

Heute lag bei mir eine Einladungskarte zum Eröffnungs-Event „Impulse“ im Show-Room von Raumlehre in der Post. Da Raumplanung ein Thema ist, um Leben & Arbeit neu zu denken, werfe ich mal einen Blick auf die Website, um zu sehen ob es mehr Infos gibt. Raumlehre ist ein Kompetenz-Netzwerk mit Fokus auf SOHO* und privatem Leben und Wohnen. Kontakt und Inspiration kann man auch über den Show- und Meeting-Room in Wetzlar finden. Was ich finde, ist zunächst ein Wechsel von den bisherigen Themen-Szenarien hin zu einer ersten Raumwelt, welche Impulse für die Planung und Realisation der eigenen Lebens- und Arbeitswelt bieten soll. Impuls 1 sind die Spezialisten und Kompetenzen selber. Na ja, kann man leicht denken, halt ein Potpourie von Dienstleistern und Herstellern, das kann ich doch auch sooo haben, was bringt das schon?

STOP! Daaas sehe ich völlig anders!

OK, ich gebe zu ich kenne einen Teil der Truppe, was mir etwas an Neutralität nimmt. Dafür weis ich aber auch mehr, welche Qualitäten so ein Netzwerk nach innen und außen hat ,-). Bei allem Facebook-Buddy-Online-Network-Hype: Solche Netzwerke sind für mich nach wie vor die wirklichen „Bringer“ in der Vernetzung! Voraussetzung: Die Initiatoren haben bereits die eine oder andere schmerzhafte, aber lehrreiche Erfahrung gesammelt und machen es inzwischen richtig … Als Mitbegründer und Immer-Noch-Freund des BÜRO PUR habe ich jedenfalls gelernt: Ein solches Netzwerk ist alles andere als ein zusammen gewürfelter Haufen irgendwelcher Kompetenzen, die allein über die Floskel „Ganzheitliche Betreuung“ Neugeschäfte zu generieren versucht.

Liebe Leute, ein gutes „Reales-Netzwerk“ ist eine nachhaltig arbeitende „Virtuelle-Company“! So eine hochflexible Company entsteht bspw. eher nicht in den gerade ebenfalls angesagten CoWorking-Spaces, denn hier trifft man sich mehr zufällig! Ein Parameter für eine „Virtuelle Companys“ ist aber zunächst einmal, dass man von den Initiatoren durchaus sehr gezielt geprüft wird, ob man „ins Netzwerkportfolio“ passt und dann „ausgewählt“ wird! Denn, wie heist es so schön: „Wer nach allen Seiten offen ist, ist wohl nicht ganz dicht!“ :-)

Damit in der Folge ein „echtes“ Kompetenz-TEAM ! entsteht ist zudem nicht nur die Sozialisation miteinander wichtig, sozusagen das „Real-Life-Gruscheln“. Entscheidend ist ein regelmäßiger Erfahrungsaustausch in der Gruppe, ähnlich einem Barcamp, um Impulse innerhalb der Gruppe frei zu setzten und um sich untereinander wirklich kompetent vernetzten zu können. Das wiederum läuft nicht mal bei einem Cappuccino so nebenher, sondern bedarf Vorbereitung, Arbeit und Inszenierung. Und zwar von ALLEN Netzwerkpartnern! Um gemeinsam zu Gewinnen, ist also erst einmal und auch dauerhaft „Geben“ angesagt, womit so manch ein Teilnehmer gern überfordert ist!

Ein weiterer Parameter, um eine „Virtuelle Company“ wirklich zu formen liegt in gemeinsamen und freiwilligen Projekten im „Worklab“, heutzutage gern „BarCamp“ genannt. Auch hier ist zunächst mal Input gefordert, um gemeinsam Alleinstellungs-Kompetenzen (USP) zu entwickeln. Die müssen nicht immer gleich leuchtend nach außen treten, denn Im Worklab liegt bereits ein erster Output für den einzelnen Partner. Hier lassen sich neue Erkenntnisse und Kompetenzen gewinnen, die der Einzelne niemals erreicht hätte und konkret in seine Arbeit und Kundenkontakt einfließen lassen kann.

Richtig gut wird es, wenn das Ganze in Räumen geschieht, welche bspw. ein Mobiliar bieten das quasi „frei skalierbar“ ist. So ist jeder Arbeitsprozess räumlich anpassbar und wird entsprechend unterstützt. Ein Szenario übrigens, das auch für Innenarchitekten oder Raumplaner alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist und dies, obwohl es die Optionen des „New Work“ schon seit Ende des letzten Jahrtausend gibt! Ist man nicht vor Ort muss die Organisation und Kommunikation untereinander natürlich auch stimmen. Hier liegen in den Instrumenten des Web 2.0 und des Sozial Media wohl die aktuellsten Potentiale, um den Workflow und die Kollaboration zu optimieren. Die schnelle und aktive Kommunikation untereinander und in der Projektarbeit steigert nicht nur die Effizienz, sondern auch die dem Kunden gelieferte Qualität. Damit diese Technik funktioniert, bedarf es zu guter Letzt die Bereitschaft, eigenes Wissen nicht zu „bunkern“ sondern bewusst zu teilen, womit die Verhaltens- und Werte-Kultur jedes einzelnen Partners zu einem Schlüsselfaktor für den Erfolg wird.

Stimmen alle diese Voraussetzungen, was alles andere als selbstverständlich ist und allen Beteiligten viel abfordert, entsteht durch das „reale Netzwerk“ eine nachhaltig wirkende „virtuelle Company“, Eine Company in der alle, Kunden wie Partner, auf ihre Kosten kommen und die herkömmlichen Organisationsformen in Flexibilität und Preis-Leistung oft deutlich überlegen sind.

* SOHO = Small-Office-Home-Office

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.